Walsmann: Europa muss bei Impfquote aufholen

17 Millionen Menschen sind in der EU bisher gegen Corona geimpft. Bis Ende des Sommers 2021  werden 70 Prozent der Erwachsenen in der EU geimpft sein. Dies erklärte Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen in der heutigen Debatte (10. Februar) im Europäischen Parlament zur EU-Impfstrategie. Auch wenn die EU anfangs aufs falsche Pferd gesetzt hat, in drei Punkten gebe ich von der Leyen Recht: Die Impfstrategie ist ein Marathon und kein Sprint. Es war und ist richtig, dass die EU gemeinsam Impfstoff bestellt hat. Und es ist notwendig, dass die Europäische Arzneimittel-Agentur auf Sicherheit und Effizienz setzt und nicht auf Tempo allein.

Ich meine: Die Wissenschaft hat die Pharmaindustrie überholt, jetzt muss die Pharmaproduktion schnell nachziehen. Die EU-Verträge müssen strikt eingehalten werden.

Plenardebatte zur EU-Impfstrategie am 10. Februar im EU-Parlament mit Ursula von der Leyen und weiteren Vertretern der EU-Kommission. (Foto: EP)

 

Impfstoff wirksam gegen Mutationen

Die EU-Kommission hat am 8. Februar eine weitere Bestellung von 300 Millionen Impfdosen bei BioNTech/Pfizer aufgegeben. Davon sollen 75 Millionen Dosen bis Ende März und der Rest bis Jahresende 2021 geliefert sein. 200 Millionen sind mit der neuen Abmachung fest bestellt, auf weitere 100 Millionen hat die EU eine feste Option.

Um weitere Pannen zu vermeiden, fordert die Thüringer Europa-Abgeordnete  Marion Walsmann (CDU/EVP) für das Europäische Parlament Einblick in den neuen Vertrag. Insgesamt kann die EU dann 600 Millionen Dosen dieses Impfstoffs von BioNTech/Pfizer beziehen. Dieser Impfstoff ist nach Experteneinschätzung und soliden Laborversuchen auch gegen die Corona-Mutationen wirksam, die sich vermehrt auch in Europa verbreiten.

Der Impfstoff von BioNTech/Pfizer hatte als erster Impfstoff gegen das Corona-Virus eine EU-Zulassung erhalten. Obwohl inzwischen auch die Corona-Impfstoffe von Moderna und Astra-Zeneca von der Europäischen Arzneimittelbehörde zugelassen sind, kommen die Hersteller mit der nötigen Produktion nur schleppend nach.

Das Problem ist also nicht die georderte Menge, sondern das Tempo bei der Produktion des Impfstoffs gegen Corona. Auch wenn die EU-Verträge keine juristische und logistische Meisterleistung waren, immerhin hat die EU-Kommission Verträge über die Lieferung von 2,265 Milliarden Dosen unterschiedlicher Corona-Impfstoffe abgeschlossen.

Jetzt gilt es, die Impfstoffproduktion verstärkt finanziell zu fördern, um die Produktionsengpässe möglichst schnell zu überwinden.